Fokus Heiliger Geist

Pfingsten steht vor der Tür – eines der größten Feste der Christenheit. Wir feiern, dass Gott seinen Geist auf die Erde ausgegossen hat (Apg 2). Durch den Geist können wir neue Menschen werden (Joh 3), ein neues Leben führen (Gal 5), Salz und Licht sein (Mt 5) und Gottes Herrschaft ausbreiten. Das ist großartig!

Bei God in Life beschäftigen wir uns dieses Jahr intensiv mit dem Heiligen Geist. In den letzten beiden Treffen im Pastorenfrühstück haben wir die ganze Bibel durchgescannt, komplett. Wir haben überprüft, was der Heilige Geist ganz konkret tut – und was nicht. Das wollten wir klar vor Augen haben, um besser unterscheiden zu lernen: Was ist wirklich geistlich, was ist seelisch, was ist fake. Am Ende hat jeder versucht, in einem Satz zusammenzufassen, wozu Gott uns seinen Geist gegeben hat. Hier ein paar Kostproben:

  • „Gott schickt uns den Heiligen Geist, damit wir durch ihn mit ihm in Verbindung leben können und so Gottes Willen erkennen.“
  • „Gott schenkt und den Heiligen Geist, weil er in der engstmöglichen Verbindung mit uns sein möchte: Er will in uns wohnen. Mit dem Heiligen Geist rüstet Gott uns aus für ein geheiligtes Leben in seinem Willen und für den Bau des Königreiches Gottes in dieser Welt.“
  • „Durch den Geist bringt Gott sein Reich, seinen Willen, ja sich selbst in den Menschen und damit auf die Erde, um eine verlorene Welt zu erreichen und seine Gemeinde zuzurüsten.“

Stichworte: Verbindung – Wille Gottes – Heiligung – Reich Gottes – Mission – Zurüstung der Gemeinde. Dazu ist der Geist da. Dass wir hier noch nicht die Fülle haben, ist offensichtlich. Deshalb ist es so wichtig, sich immer neu nach dem Heiligen Geist auszustrecken, sich von ihm erfüllen zu lassen und zu lernen, aus dem Geist heraus das Leben zu führen. Allerdings muss dabei der Fokus auch wirklich auf dem Heiligen Geist liegen. Verschiebungen können kritisch sein:

  • Viele Christen strecken sich nach „dem Übernatürlichen“ aus. Nun wirkt der Heilige Geist übernatürlich, das ist keine Frage, aber im Übernatürlichen tummelt sich weit mehr als nur der Heilige Geist. Die Sehnsucht nach dem Übernatürlichen ist deshalb zu unpräzise und kann in die falsche Richtung führen. Geistwirken muss geprüft und unterschieden werden: Was ist wirklich vom Heiligen Geist und was kommt anderswo her? Dazu haben wir die Bibel. Und dort heißt es klar: „Nicht über das hinaus, was geschrieben steht.“ (1 Kor 4,6) Wo es etwas Übernatürliches gibt, das nicht mit der Schrift übereinstimmt, haben wir es nicht mit dem Heiligen Geist zu tun, sondern mit anderen Kräften. Deshalb sind wir aufgefordert zu prüfen und Geisterunterscheidung zu praktizieren. 1 Joh 4,1: „Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind.“ Das sollten wir neu lernen und tun.
  • Viele Christen strecken sich danach aus, Gott zu „erleben“. Nun wird jeder, der mit Gott lebt, Gott auch erleben, das ist keine Frage. Und doch ist das nicht der Punkt. Im Umgang mit Gott geht es im Kern um etwas anderes. Gott soll man lieben, dienen, gehorchen, anbeten, hören, ehren, preisen, suchen etc. Wer das tut, wird Gott erleben. Doch darauf liegt nicht der Fokus. Der Fokus liegt biblisch gesehen auf unserem Leben, nicht auf unserem Erleben. An der Stelle sollten wir auf unsere Motivation achten. Die richtige Motivation ist der beste Weg, um dann auch zu sehen, wie der Heilige Geist in uns und durch uns kraftvoll wirkt.

Der Heilige Geist will wirken und wir brauchen ihn ohne Ende. Ihn – in Reinform. In Apg 13,52 heißt es: „Die Jünger aber wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist.“ Das darf unser Wunsch sein. In aller Breite, Höhe, Tiefe und Kraft!

Euer Tobias Krämer